TACON: Wie eine spezialisierte Community die Testautomatisierung prägt

TACON - Eine Praxis-Konferenz rund um Testautomatisierung - André Köhler

TACON - Eine Praxis-Konferenz rund um Testautomatisierung - André Köhler

31. März 2026 · Software Testing & Qualität - Testautomatisierung, KI & Agilität

In der Welt der Fachkonferenzen kann man sich leicht verlieren. Doch was, wenn es eine gäbe, die sich nicht wie ein anonymer Massenevent, sondern wie ein intensives Familientreffen anfühlt? Genau diesen Eindruck vermittelt die TACON, eine Konferenz, die sich voll und ganz der Testautomatisierung verschrieben hat. Im Podcast Software Testing & Qualität spricht Host Richard Seidl mit Andre Köhler, dem Mitbegründer und Organisator der TACON. Andre, selbst Professor und Software-Ingenieur, gibt einen tiefen Einblick in die Entstehungsgeschichte, die Philosophie und die Zukunft dieser besonderen Veranstaltung. Dieses Gespräch ist nicht nur für erfahrene Testautomatisierer relevant, sondern auch für alle, die verstehen wollen, wie man eine lebendige und wertvolle Fach-Community aufbaut und pflegt. Es geht um die zentrale Frage: Was macht eine Konferenz wirklich erfolgreich und unvergesslich?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fokus statt Masse: Die TACON konzentriert sich bewusst auf das Thema Testautomatisierung. Dieser enge Fokus ermöglicht einen tiefgehenden fachlichen Austausch auf hohem Niveau, den Andre als intensive Druckbetankung beschreibt.
  • Authentische Praxisberichte: Statt theoretischer Abhandlungen oder reiner Werbevorträge stehen ehrliche Berichte aus der Praxis im Mittelpunkt. Die Sprecher:innen kommen direkt aus den Anwenderunternehmen und teilen nicht nur ihre Erfolge, sondern auch ihre Misserfolge und Stolpersteine.
  • Intensives Networking: Mit rund 130 Teilnehmenden ist die Konferenz bewusst klein gehalten. Dies fördert eine persönliche Atmosphäre, in der echte Kontakte geknüpft werden. Das Abend-Event gilt als inoffizieller Höhepunkt, da hier in entspannter Runde die tiefsten und vertraulichsten Gespräche stattfinden.
  • Community im Zentrum: Die TACON lebt vom Mitwirken ihrer Teilnehmenden. Andre betont, wie wichtig Feedback und inhaltliche Impulse aus der Community sind, um das Programm relevant und praxisnah zu gestalten.
  • Spaß als integraler Bestandteil: Neben den fachlichen Inhalten wird großer Wert auf eine lockere Atmosphäre gelegt. Elemente wie eine Gaming Area oder gemeinsame Abendessen sind fest eingeplant, um den Austausch zu fördern und die Konferenz zu einem ganzheitlichen Erlebnis zu machen.

Die Entstehung der TACON: Eine Lücke im Austausch schließen

Die Idee zur TACON entstand aus einer einfachen Beobachtung, wie Andre Köhler erklärt. Als Professor und Software-Ingenieur bemerkte er, dass Fachleute in großen Unternehmen - beispielsweise Testmanager oder Automatisierungsexperten - oft mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert sind, sich aber in ihren jeweiligen Organisationen isoliert fühlen. Es fehlte ein Forum für den gezielten Austausch auf Augenhöhe. Die TACON wurde ins Leben gerufen, um genau diese Lücke zu schließen. Ursprünglich lag der Fokus auf der Testautomatisierung, da diese Disziplin damals noch in den Kinderschuhen steckte. Ziel war es, eine Plattform zu schaffen, auf der Praktiker von Praktikern lernen, sich gegenseitig Impulse geben und gemeinsam wachsen können.

Die drei Säulen des Erfolgs: Fokus, Netzwerk und eine gute Zeit

Auf die Frage von Richard, was die TACON so besonders macht, nennt Andre drei zentrale Alleinstellungsmerkmale. An erster Stelle steht der klare thematische Fokus. Während viele Konferenzen ein breites Spektrum abdecken, widmet sich die TACON zwei Tage lang intensiv der Testautomatisierung. Zwar werden auch angrenzende Themen wie Testmanagement, Agilität oder Testdaten behandelt, der Kern bleibt jedoch immer erhalten.

Der zweite Pfeiler ist das hochwertige Netzwerk. Durch die überschaubare Größe von etwa 130 Teilnehmenden entsteht eine familiäre, fast schon heimelige Atmosphäre, wie auch Richard feststellt. Dies ermöglicht es den Teilnehmenden, nicht nur oberflächliche Kontakte zu knüpfen, sondern ein echtes Adressbuch an Expert:innen aufzubauen, die man auch nach der Konferenz um Rat fragen kann. Besonders das gemeinsame Abendessen wird als Katalysator für tiefere, vertraulichere Gespräche hervorgehoben.

Drittens ist die TACON bewusst darauf ausgelegt, Spaß zu machen. Elemente wie eine Gaming Area - in diesem Jahr mit einem riesigen Jenga-Turm, in früheren Jahren mit Retro-Games wie Pac-Man und Tetris - sorgen für eine lockere Stimmung und fördern den Austausch abseits der Vorträge. Dieser Mix aus fachlicher Tiefe und entspannter Atmosphäre ist ein wesentlicher Grund, warum viele Teilnehmende immer wieder kommen.

Inhalte aus der Praxis: Ehrliche Einblicke statt Hochglanzfolien

Ein entscheidender Faktor für die hohe Qualität der Inhalte ist die Auswahl der Sprecher:innen. Andre und sein Team gehen aktiv auf IT-Abteilungen in Anwenderunternehmen zu - von Banken über Versicherungen und Automobilhersteller bis hin zu Behörden. Sie suchen gezielt nach Personen, die an vorderster Front an konkreten Projekten arbeiten. Das Ergebnis sind authentische Praxisberichte. Ein besonderer Wert liegt darauf, dass nicht nur Erfolgsgeschichten erzählt werden. Vielmehr ermutigen die Organisatoren die Vortragenden, auch über Hürden, Fehler und Stolpersteine zu sprechen. Genau diese ehrlichen Einblicke sind es, die für das Publikum den größten Lernwert bieten, da sie helfen, ähnliche Fehler im eigenen Umfeld zu vermeiden.

Ein Blick in die Zukunft: KI, Wachstum und die Rolle der Community

Die TACON entwickelt sich kontinuierlich weiter. Während das Grundformat stabil bleibt, passen sich die Themen den aktuellen Trends an. Aktuell, so Andre, dominiert das Thema KI die Diskussionen in der Testautomatisierung. Er prognostiziert, dass die Community im nächsten Jahr von der aktuellen Experimentierphase zu konkreten Anwendungsfällen mit messbaren Ergebnissen übergehen wird. Die TACON wird diese Entwicklung begleiten und die passenden Impulse liefern.

Die Konferenz wächst jedes Jahr ein wenig, soll aber ihren intimen Charakter beibehalten. Ein zentraler Motor für die Weiterentwicklung ist die Community selbst. Andre ruft die Teilnehmenden aktiv dazu auf, Feedback zu geben und Themenwünsche zu äußern. Vorschläge für Vorträge oder Workshops werden gerne aufgenommen und in die Agenda integriert. So wird sichergestellt, dass die TACON relevant bleibt und die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe trifft. Neben der Hauptkonferenz gibt es auch kleinere Formate wie Online-Meetups oder die Community Days für eine geschlossene Gruppe von rund 30 Führungskräften aus der Qualitätssicherung, die einen noch intensiveren und vertraulicheren Austausch ermöglichen.

Wie Du das Beste aus der TACON herausholst

Wenn du überlegst, die TACON zu besuchen oder bereits Teil der Community bist, gibt es einige Wege, wie du das Erlebnis für dich und andere maximieren kannst. Basierend auf dem Gespräch zwischen Richard und Andre, hier ein paar konkrete Tipps:

  1. Blockiere den Termin im Kalender: Die nächste TACON findet am 16. und 17. September 2026 wieder in Leipzig statt. Leipzig wurde bewusst als zentraler und gut erreichbarer Standort gewählt und wird auch in Zukunft der Veranstaltungsort bleiben.
  2. Sei mehr als nur Zuhörer:in: Die wertvollsten Erkenntnisse entstehen oft im Gespräch. Nutze die Pausen, das Abendessen und die Gaming Area, um dich gezielt mit anderen Teilnehmenden und den Sprecher:innen auszutauschen. Scheue dich nicht, deine eigenen Herausforderungen anzusprechen - die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass jemand im Raum bereits eine Lösung dafür gefunden hat.
  3. Gestalte das Programm aktiv mit: Die Organisatoren sind auf deinen Input angewiesen. Wenn du ein spannendes Thema hast, über das du gerne mehr hören würdest, oder selbst ein Projekt vorstellen möchtest, nimm Kontakt auf. Dein Beitrag hilft, die Konferenz noch besser zu machen.
  4. Erwäge auch die kleineren Formate: Wenn du in einer Führungsposition im Bereich Qualitätssicherung tätig bist, könnten die Community Days eine wertvolle Ergänzung sein. Hier wird in einem geschlossenen und vertraulichen Rahmen intensiv an den konkreten Problemstellungen der Teilnehmenden gearbeitet.

Botcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Ich beschäftige mich beruflich wie privat mit Künstlicher Intelligenz - von konkreten Tools im Arbeitsalltag bis zu den größeren Fragen, die dabei aufkommen. Viele der Themen, die in Podcasts besprochen werden, begegnen mir in Projekten immer wieder. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ordne sie aus der Praxis ein.

Mehr über das Projekt Botcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Botcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts rund um Künstliche Intelligenz. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

In dieser Episode spreche ich mit André Köhler über die TACON, die Fachkonferenz für Testautomatisierung, die mittlerweile ins neunte Jahr startet und in Leipzig stattfindet. André erklärt, warum 130 Teilnehmer die perfekte Größe sind, um echten Austausch zu ermöglichen und warum die Abendveranstaltung so wertvoll ist. Wir sprechen darüber, wie die TACON bewusst Praxisberichte statt Verkaufsshows bietet, welche ungewöhnlichen Highlights es in den letzten Jahren gab und wie KI die nächsten Ausgaben prägen wird. Jetzt schon vormerken: Die TACON findet dieses Jahr am 16. und 17. September 2026 statt.