Generation KI: Wie Gloria-Sophie Burkandt die Arbeitswelt verändert

So tickt die "Generation KI" und was das für die Zukunft der Arbeit bedeutet

So tickt die "Generation KI" und was das für die Zukunft der Arbeit bedeutet

6. Oktober 2026 · Kollegin KI

Die Generation KI betritt den Arbeitsmarkt und stellt die traditionelle Arbeitswelt auf den Kopf. Was bedeutet es, wenn junge AI-Natives, die intuitiv mit KI umgehen, auf erfahrene Führungskräfte treffen, denen dieses Wissen fehlt? In dieser Episode des Podcasts Kollegin KI von Podstars by OMR spricht Host Max Mundhenke mit Gloria-Sophie Burkandt, Tochter von Markus Söder, die als Model, Influencerin und Buchautorin ihrer eigenen Generation den Namen Generation KI gegeben hat. Als Doktorandin in Cambridge erforscht sie zudem die nachfolgende Generation Alpha. Das Gespräch beleuchtet, wie KI nicht nur Arbeitsabläufe, sondern auch Hierarchien, Lernprozesse und das soziale Miteinander fundamental verändert. Es geht um die zentrale Frage, wie Unternehmen und Gesellschaft eine Brücke zwischen den Generationen bauen können, um die Potenziale von KI zu nutzen, ohne den menschlichen Faktor zu verlieren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Umkehrung der Wissenshierarchie: Erstmals in der Geschichte erklärt nicht mehr die ältere Generation der jüngeren die Welt, sondern umgekehrt. Junge Mitarbeitende schulen Vorgesetzte im Umgang mit neuen Technologien, was traditionelle Autoritätsstrukturen herausfordert.
  • Der Wert der Unvollkommenheit: In einer von KI geprägten Welt, die auf Effizienz und Perfektion getrimmt ist, gewinnen menschliche Eigenschaften wie Empathie, Fehlerkultur und persönliche Authentizität an Bedeutung. Eine handschriftliche E-Mail mit kleinen Fehlern kann wertvoller sein als ein perfekt formulierter, aber unpersönlicher KI-Text.
  • Von Wissens- zu Kompetenzlernen: Da Faktenwissen durch KI jederzeit abrufbar ist, verliert reines Auswendiglernen an Bedeutung. Gloria-Sophie Burkandt argumentiert, dass Bildungssysteme und Unternehmen sich auf die Vermittlung von Kompetenzen wie kritisches Denken, Kreativität und soziale Fähigkeiten konzentrieren müssen.
  • KI in der Kreativbranche als Chance und Gefahr: Während KI als Werkzeug für Brainstorming dient, birgt sie Risiken wie Deepfakes und den unrechtmäßigen Einsatz von digitalen Abbildern. Gloria berichtet von eigenen Erfahrungen, bei denen KI ihr Gesicht auf den Körper eines anderen Models montierte, was die Notwendigkeit klarer rechtlicher Rahmenbedingungen unterstreicht.
  • Flexibilität als neue Superkraft: Die rasante Entwicklung der KI macht langfristige Prognosen nahezu unmöglich. Die wichtigste Fähigkeit für die Zukunft der Arbeit ist laut Gloria und Max die Anpassungsfähigkeit - die Bereitschaft, ständig dazuzulernen und flexibel auf neue Gegebenheiten zu reagieren.

Generation KI: Wer sie ist und wie sie die Arbeitswelt verändert

Gloria, die sich selbst zur Gen Z zählt, beschreibt die Generation KI als diejenigen, die mit KI aufwachsen und für die der Umgang damit so selbstverständlich ist wie für frühere Generationen das Smartphone. Sie sieht sich selbst als Teil einer Brückengeneration, die noch eine weitgehend analoge Kindheit erlebte, aber vollständig in die digitale Welt hineingewachsen ist. Die nachfolgende Generation Alpha hingegen kennt nur noch eine Welt, in der KI allgegenwärtig ist. Diese jungen Menschen, so Gloria, bringen nicht nur technisches Know-how mit, sondern auch eine andere Haltung zur Arbeit und zum Leben. Sie sind es gewohnt, sich ständig an neue Tools anzupassen, arbeiten sehr selbstständig und hinterfragen traditionelle Arbeitsweisen kritisch. Gleichzeitig beobachtet Gloria nach der Pandemie eine wachsende Sehnsucht nach analogen Erlebnissen und echtem menschlichen Miteinander - ein Gegentrend zur fortschreitenden Digitalisierung, der die Chance birgt, durch KI freigewordene Zeit wieder für soziale Interaktion zu nutzen.

Warum funktioniert das traditionelle Alt erklärt Jung-Modell nicht mehr?

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist der Bruch mit der traditionellen Wissensvermittlung. Früher gaben ältere, erfahrene Mitarbeitende ihr Wissen an Jüngere weiter. Heute stehen Führungskräfte oft vor der Situation, dass ihre jungen Teammitglieder ihnen den Umgang mit digitalen Werkzeugen oder KI-Anwendungen erklären müssen. Max nennt das humorvolle Beispiel, Vorgesetzten erklären zu müssen, wie man ein Word-Dokument in ein PDF umwandelt. Diese Umkehrung der Wissenshierarchie kann zu Spannungen führen. Gloria warnt, dass junge Mitarbeitende eine gewisse Arroganz entwickeln könnten, wenn sie die Wissenslücken ihrer Vorgesetzten bemerken. Gleichzeitig könnten Führungskräfte den Respekt ihres Teams verlieren, wenn sie technologisch nicht auf der Höhe der Zeit sind. Dieser Wandel erfordert ein neues Verständnis von Führung, das auf gegenseitigem Lernen und Offenheit basiert, statt auf reiner Autorität durch Erfahrung.

Vom Brainstorming-Partner zur Fälschungsgefahr: Der zweischneidige Einsatz von KI

Gloria nutzt KI pragmatisch im Alltag. Sie verwendet sie für Brainstormings, um kreative Ideen für Kooperationen zu entwickeln, oder um standardisierte E-Mails an unbekannte Kontakte zu verfassen. Sie bezeichnet dies als betreutes Denken - die KI als Helfer, der die eigenen Ideen erweitert und Routineaufgaben beschleunigt. Gleichzeitig zieht sie klare Grenzen: Für ihre Doktorarbeit, ihr Buch oder persönliche Nachrichten verzichtet sie bewusst auf KI, um geistiges Eigentum zu schützen und Authentizität zu wahren. Die Gefahr der Technologie wurde ihr bei einem Experiment bewusst: Sie ließ KI ein Bild von sich erstellen, woraufhin die KI ihr Gesicht auf den Körper eines anderen Models montierte. Dieser Vorfall, der medial aufgegriffen wurde, verdeutlicht die rechtlichen und ethischen Grauzonen. Sie begrüßt daher die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte, wie sie der AI Act vorsieht, um Transparenz zu schaffen und Missbrauch vorzubeugen.

Einblicke in die Denkweise der Tech-Elite

Durch ihre Mentoren und Kontakte in der Tech-Szene hat Gloria Einblicke in die Denkweise der KI-Pioniere gewonnen. Sie beschreibt führende Entwickler als Menschen, die oft wie kleine Jungs wirken, die fasziniert von der Technologie sind und Spaß am Entwickeln haben, ohne die moralischen und gesellschaftlichen Konsequenzen immer vollständig zu durchdenken. Die rasante Entwicklung wird zudem durch den Wettbewerb zwischen den USA und China angetrieben. Gloria stellt fest, dass selbst die Schöpfer der KI oft ratlos sind, wohin die Reise geht. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der Kommunikation von Unternehmen wie Anthropic wider, die in ihren Börsenprospekten offen vor einem möglichen Kontrollverlust über ihre eigene Technologie warnen. Dies zeigt, dass die Branche selbst beginnt, die Notwendigkeit von Regulierung und verantwortungsvollem Handeln zu erkennen.

Praktische Schritte für den Umgang mit dem Wandel

Wie können Einzelpersonen und Unternehmen konstruktiv mit diesen Umbrüchen umgehen? Aus dem Gespräch lassen sich konkrete Empfehlungen ableiten:

  1. Fördere den generationenübergreifenden Austausch: Unternehmen sollten gezielt Formate schaffen, in denen sich junge und ältere Mitarbeitende auf Augenhöhe austauschen können. Gloria schlägt eine Art Speed-Dating vor, bei dem Erfahrungen und technisches Wissen geteilt werden. So entsteht gegenseitiges Verständnis und Respekt.
  2. Stelle Kompetenzen über reines Faktenwissen: Sowohl im Bildungssystem als auch in der Personalentwicklung sollte der Fokus auf Fähigkeiten liegen, die KI nicht ersetzen kann: Kreativität, kritisches Denken, Problemlösungskompetenz und Empathie.
  3. Kultiviere bewusste Pausen: Statt bei Langeweile sofort zum Smartphone oder zur KI zu greifen, empfiehlt Gloria, Momente der Stille und Reflexion zuzulassen. Aus dieser Langeweile entstehen oft die besten Ideen - eine Fähigkeit, die in einer reizüberfluteten Welt trainiert werden muss.
  4. Akzeptiere Flexibilität als Grundhaltung: Da die Zukunft unvorhersehbar ist, ist die wichtigste Eigenschaft die Fähigkeit zur Anpassung. Das bedeutet, offen für Neues zu bleiben, schnell zu lernen und sich nicht an veralteten Prozessen festzuklammern.

Botcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Ich beschäftige mich beruflich wie privat mit Künstlicher Intelligenz - von konkreten Tools im Arbeitsalltag bis zu den größeren Fragen, die dabei aufkommen. Viele der Themen, die in Podcasts besprochen werden, begegnen mir in Projekten immer wieder. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ordne sie aus der Praxis ein.

Mehr über das Projekt Botcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Botcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts rund um Künstliche Intelligenz. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

In dieser Folge von "Kollegin KI" begrüßt Podcast-Host Max Mundhenke die Autorin, Doktorandin und Model Gloria-Sophie Burkandt. Gemeinsam beleuchten sie die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf unterschiedliche Generationen und die Arbeitswelt. Ein zentrales Thema ist der Wandel in der Kommunikation: Burkandt vertritt in ihrem Buch "Generation KI" eine These, die große Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben wird: Durch künstliche Intelligenz wird das klassische Hierarchie- und Kommunikationsmodell aufgebrochen – künftig erklären die Jüngeren den Älteren die neue digitale Welt, während Führungskräfte vor allem von Lebensweisheiten und Empathie profitieren. Wie wichtig gegenseitiges Verständnis zwischen Gen Alpha, Gen Z und Boomer in Zeiten des rasanten technologischen Wandels ist, zeigt diese spannende Diskussion.

Das sind die Themen dieser "Kollegin KI"-Episode mit Gloria-Sophie Burkandt:

Generation KI: Wer für Gloria-Sophie Burkandt historisch und praktisch zur "Generation KI" zählt.

Analoge Sehnsucht: Warum sich viele Menschen trotz permanenter Erreichbarkeit und digitaler Jugend nach echtem Miteinander sehen.



Superpower Langeweile: Wieso geistiger Leerlauf ohne ständigen Smartphone-Griff essenziell für echte Kreativität und persönliche Reflexion ist.

Betreutes Denken: Wie effizient künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag als Unterstützung beim Brainstorming und bei Routineaufgaben fungiert.


Fehlerkultur und Sympathie: Warum zu perfekte KI-Texte das zwischenmenschliche Miteinander stören und warum Fehler wieder an Wert gewinnen.


Kompetenzbasiertes Lernen siegt: Wie KI Wissen entwertet, weshalb Schulen und Unis künftig andere Fähigkeiten vermitteln müssen.

Gesicht als Ware: Wie digitale Klon-Optionen und rechtliche Bedenken bei Bildrechten die Arbeit in Model-Business und Werbefotografie grundlegend verändern.

Intergenerationales Lernen: Was hilft, um bestehende Wissenslücken und Machtgefälle in Unternehmen abzubauen.

Europas Tech-Zukunft: Welche Faktoren dafür sorgen, das München trotz strenger Regulierung ein enormes Potenzial zum Technologie-Hub entwickelt.


Weiterführende Links:

Der Chatbot zur Folge: https://bio.to/KolleginKI_Chatbot

Die erwähnte KoKI-Episode mit Bob Blume: https://open.spotify.com/episode/55rkXaV7wqe9Y0cXb9QBEW

Gloria-Sophie Burkandts Buch "Generation KI": https://www.langenmueller.de/products/generation-ki-1

Ihr Profil bei Linkedin: https://www.linkedin.com/in/gloria-sophie/

Und bei Instagram: https://www.instagram.com/gloriasophieee/

Max Mundhenke bei Linkedin: https://www.linkedin.com/in/tomkraftwerk

Produktion: Podstars by OMR

Diese Folge wird gesponsert von ElevenLabs